Die Nutzer der HSH-Gebührenkasse hatten wir bereits vor einigen Wochen darauf hingewiesen, dass es im Zuge neuer rechtlicher Grundlagen ein geändertes Anforderungsprofil an die Gebührenkasse gibt. Insbesondere betrifft dies die vorgeschriebene Installation der Technischen Sicherheitseinrichtung – kurz TSE.

Aufgrund der Corona-Situation und der Mehrwertsteuersenkung bis Ende 2020 haben sich die Bundesländer individuell entschlossen, die Frist bei der Kassenumstellung mit TSE-Modul bis 31.03.2021 zu verlängern.

Die Voraussetzungen dafür sind aber von Bundesland zu Bundesland verschieden!

Was gilt wo?

Es gibt zwei unterschiedliche zeitliche Voraussetzungen für die Fristverlängerung bis 31.03.2021.

  • Sachsen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Brandenburg und Berlin fordern verbindliche Bestellungen der TSE bis 31. August 2020 und die Erklärung des Anbieters,
    dass eine Installation bis 30. September 2020 nicht möglich ist. Dann wird die Fristverlängerung bis 31.03.2021 gewährt.
  • Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Hamburg, Saarland, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Sachsen-Anhalt fordern
    verbindliche Bestellungen der TSE bis 30. September 2020. Dann gibt es die Fristverlängerung bis 31.03.2021.

Lediglich Bremen hat keine klare Regelung, bietet aber an, in „Härtefällen“ von der Frist des Bundesfinanzministeriums (30. September 2020) abzuweichen. Die Finanzämter seien angewiesen entsprechend zu handeln, so die Aussage der Bremer Senatsfinanzverwaltung.

HSH als Hersteller der Gebührenkasse muss letztendlich die Kommunikation von der Gebührenkasse zur TSE und zurück in die Gebührenkasse sicherstellen. Die Schnittstelle ist Bestandteil der Dokumentation der TSE.

Die TSE selbst ist eine eigenständige neue Komponente. Dafür ist mittlerweile ein Markt entstanden und es gibt verschiedene Anbieter von TSE. Die entstandenen TSE-Lösungen sind aber sehr verschieden. Für einfache „Registrierkassen“ gibt es z. B. einen abgesicherten USB-Stick. Eine solche Lösung könnten wir für kleine Verwaltungen gegebenenfalls in Betracht ziehen.

Andere Lösungen lagern die TSE in die Cloud aus! In diesem Fall entsteht aber ein zusätzliches Betreiberszenario für Sie als Kunde.

HSH entwickelt eigene TSE

Wir sind zu der Auffassung gelangt, dass wir eine eigene TSE entwickeln, die genau auf die Bedürfnisse unserer Kunden ausgelegt ist. Diese werden wir beim BSI zur Zertifizierung einreichen.

Für unsere Kunden ergeben sich damit folgende Optionen:

  1. Greifen Sie auf die von uns entwickelte TSE zurück, werden wir Ihnen zur Wahrung der Fristen noch im August (bzw. in den Bundesländern mit Frist bis Ende September dann spätestens im September) ein zu bestätigendes Angebot unterbreiten. Da die TSE einer beständigen Wartung unterliegen muss (z. B. Gültigkeit der Zertifikate), werden wir die entstehenden Kosten ausschließlich über permanente monatliche Zahlung realisieren, d. h. keine Lizenzkosten berechnen. Für Details wenden Sie sich bitte per Mail an .
  2. Alternativ können Sie sich eine TSE am Markt beschaffen. Allerdings ist die technische Einbindung ins Gesamtsystem selbst zu organisieren und es können Kosten für die Anpassung der Schnittstelle zwischen Gebührenkasse und TSE entstehen. Diese Schnittstelle ist in der TSE zwar dokumentiert, kann aber durch verschiedene Interpretationen und technische Ansätze variieren.

Wir werden Sie über die Entwicklung auf dem Laufenden halten.

Hintergrund für die Umstellung der Kassensysteme

Die technischen Herausforderungen für die Steuerprüfung haben sich durch die fortschreitende Digitalisierung stark verändert. So sind nachträgliche Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen ohne ausreichende Schutzmaßnahmen heute, wenn überhaupt, nur mit hohem Aufwand feststellbar.

Um solche Manipulationen wirksam zu verhindern, müssen die Integrität, Authentizität und Vollständigkeit der aufgezeichneten Daten sichergestellt werden. Zudem müssen die Daten unmittelbar erfasst und im Rahmen von Prüfungen zeitlich aufgefunden werden können.

Manipulation vermeiden durch TSE

Erreicht wird dies durch die Verwendung einer Technischen Sicherheitseinrichtung (TSE).
Die Technische Sicherheitseinrichtung wird vom elektronischen Aufzeichnungssystem (unsere Gebührenkasse) angesprochen, übernimmt die Absicherung der aufzuzeichnenden Daten und speichert die gesicherten Aufzeichnungen in einem einheitlichen Format. Finanzbehörden können die geschützten Daten dann im Bedarfs- und Prüfungsfall einfordern und auf Vollständigkeit und Korrektheit prüfen. Davon unberührt bleiben alle Funktionalitäten der Gebührenkasse ansonsten natürlich erhalten.

Die Konformität der Technischen Sicherheitseinrichtung (TSE) zu den Vorgaben der Technischen Richtlinie (BSI TR-03153) muss durch ein TR-Zertifikat bestätigt werden. Das Sicherheitsmodul der Technischen Sicherheitseinrichtung muss nach den Common Criteria (CC) evaluiert und zertifiziert sein.

Im Rahmen der erforderlichen CC-Zertifizierung muss die Konformität zu den Schutzprofilen BSI PP-CSP (Hardware und Betriebssystem) und BSI PP-SMAERS (Anwendung) nachgewiesen werden. Das CC-Zertifikat muss einen Hinweis enthalten, dass die kryptographischen Anforderungen der Technischen Richtlinie BSI TR-03116 erfüllt sind.

Fristverlängerung

Fakt ist, dass eine zusätzliche Komponente zur manipulationssicheren Ablage der „Geldströme“ wahrscheinlich ab 01.10.2020 zwingend erforderlich ist und die TSE nach Maßgabe des Bundesfinanzministeriums zu diesem Termin eigentlich installiert sein müsste. Hier haben die beteiligten Bundesländer mit ihrer Fristverlängerung bis 31.03.2021 für zeitlichen Spielraum gesorgt.

Nord, Mitte, Süd und West, so lauten die Namen der Bürgerservice-Büros der Magdeburger Stadtverwaltung. Und in fast allen Himmelsrichtungen der Landeshauptstadt wird jetzt mit VOIS gearbeitet. Mit Ausnahme des Bürgerservice-Büros Nord, das wegen der Corona-Pandemie derzeit für den Publikumsverkehr noch geschlossen ist.

Gemeinsam mit dem kommunalen IT-Dienstleister “KID Magdeburg” konnte die HSH in nur zwei Schließ- und Schulungstagen die Verwaltung der rund 240.000 Einwohner zählenden Kommune Ende Juni auf die neue Verwaltungssoftware VOIS|MESO umstellen und dabei circa 500.000 Datensätze migrieren.

Klare Vorteile
Dank des aufgehobenen Corona-Kontaktverbots wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von den Dozenten der HSH direkt vor Ort geschult. Die Vorteile der VOIS-Software hinsichtlich Einfachheit, Übersichtlichkeit und unkomplizierter Handhabung machten es möglich, die Schließtage so kurz halten zu können.

Trotz der langjährigen Routine im Umstellen von Meso auf VOIS|MESO variieren die Anforderungen jedes Mal aufgrund ganz unterschiedlicher Voraussetzungen von Bundesland zu Bundesland, aber auch von Kommune zu Kommune – vielleicht vergleichbar mit einem Maßanzug, der zwar immer aus demselben Stoff besteht, aber auch in jedem Einzelfall passgenau neu konfektioniert werden muss. Dabei fließen alle neuen Erfahrungen in die Optimierung zukünftiger Migrationen ein.

HSH-Support und OZG
Für Magdeburg wurde nach der Umstellung extra eine Telefonhotline mit dem HSH-Support eingerichtet, um Probleme und Fragen mit der neuen Software schnell lösen zu können. Bislang blieben die Anrufe aus. Der Umstellungsprozess scheint gelungen zu sein.

Die Stadt Magdeburg ist gleichzeitig mit der Einführung von VOIS auch bei der Umsetzung der Anforderungen des Onlinezugangsgesetzes (OZG) einen großen Schritt vorwärts gegangen.

Und die HSH GmbH durfte Schrittmacher sein.


ACHTUNG! Auch im Sommer Veranstaltungsreihe: VOIS-Webinare – jeden zweiten Mittwoch im Monat

Wegen des großen Interesses werden die Webinare unserer Veranstaltungsreihe auch im Juli und August jeden zweiten Mittwoch im Monat angeboten.

Die Anmeldung erfolgt ganz einfach über die Website der HSH www.hsh-berlin.com. Unter dem Reiter Veranstaltungen sind die Webinare unter VOIS-Infotage zu finden, die wir Corona-bedingt in der letzten Zeit nicht durchführen konnten. Die Anzahl der noch freien Plätze, die jeweils zur Verfügung stehen, ist dort angezeigt. Frühes Anmelden sichert also Plätze, gerade wenn mehrere Interessenten sich für ein Thema anmelden möchten. Wir sehen im Gegenzug, welche Angebote besonders gefragt sind und können bei Bedarf noch Veranstaltungen ergänzen oder wiederholen.
Oder Sie nutzen einfach diesen Link: https://www.hsh-berlin.com/modules.php?name=HSH_Invitations&cid=162

Die Webinar-Termine und Themen für Juli und August

15.07.2020 10:00–11:00 Uhr
Webinar – Moderner Bürgerservice mit VOIS

22.07.2020 10:00–11:00 Uhr
Webinar – VOIS|OWI (Ordnungswidrigkeiten)

22.07.2020 14:00–15:00 Uhr
Webinar – Das OZG erfolgreich umsetzen

29.07.2020 10:00–11:00 Uhr
Webinar – Erlaubnisse nach Bundesgaststättengesetz mit VOIS|GESO erteilen

05.08.2020 10:00–11:00 Uhr
Webinar – Das OZG erfolgreich umsetzen

05.08.2020 14:00–15:00 Uhr
Webinar – Moderner Bürgerservice mit VOIS

Wir freuen uns auf Ihre Beteiligung. Sollten Sie sich für weitere Themen interessieren, so geben Sie uns Bescheid und wir werden dies bei der Planung der kommenden Webinare berücksichtigen.

Wir wünschen Ihnen – trotz aller Widrigkeiten – eine schöne Sommerzeit.
Wir sind für Sie da.